Die endlose Weite des Outbacks

Nachdem ich die australische Ostküste entlang bis nach Cairns gereist bin, geht es mit dem Flugzeug weiter nach Alice Springs, dem Tor zum Outback. Bevor mich meine Reise jedoch wirklich fernab der Zivilisation führt, nutze ich ein letztes Mal die Möglichkeit einzukaufen. Auch um mich vor der größten Gefahr des Outbacks zu rüsten – der Fliege!

Ja… Haie, Spinnen, Schlangen, alles kein Problem! Aber ohne ästhetische Kopfbedeckung inklusive Moskitonetz vor dem Gesicht wäre man innerhalb von 3 Minuten nah dem Wahnsinn und hätte 50 Fliegen in Mund, Nase, Augen und Ohren. Dann doch lieber 5 Dollar investieren und sich für jeden erkennbar als Tourist outen.

 

 

Uluru, auch als Ayers Rock bekannt, ist UNESCO-Weltkultur- und -naturerbe und eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens. Selten ist dies für einen Ort so sehr Segen und Fluch in einem. Immerhin eröffnet einem der Berg die unschätzbare Möglichkeit viel Interessantes über die Kultur und Geschichten der australischen Ureinwohner zu lernen. Oder eben diese völlig zu missachten.

Denn sehr zum Missfallen der ansässigen Aborigines, für die der Berg eine große spirituelle Bedeutung hat, wird diese von den wenigsten Touristen respektiert. So imposant und fotogen dieser Ort ist, wird man von den Aborigines darum gebeten die für sie besonders bedeutungsvollen Stellen des Berges nicht zu fotografieren und vor allem ihn keinesfalls zu betreten! Ungeachtet dessen finden leider immer noch regelmäßig Besteigungen statt und werden nicht untersagt.

 

 

Um die besondere Atmosphäre dieses Ortes dennoch genießen zu können, bietet sich der Uluru Base Walk an, der in seiner Gesamtheit rund 10 km lang um den Berg herum führt. Auf diesem ausgeschilderten Weg erfährt man viel über die Legende des Ulurus. Im nahe gelegenen Cultural Center, das von Ureinwohnern geführt wird, kann man ebenfalls die Mythologie und die Kultur der Aborigines kennenlernen, sowie traditionelle Kunstwerke erstehen.

Auch auf gute Fotos muss man nicht verzichten, wenn man die Wünsche der Aborigines berücksichtigen möchte. Die Uluru Sunset Viewing Area sollte auf jeden Fall zu verschiedenen Tageszeiten aufgesucht werden, verändert sich die Farbe des Berges doch je nach Lichteinfall von erdigem Braun über Orange zu einem leuchtenden Rot. Das Farbenspiel des Himmels und der Wolken tun beim Auf- und Untergang der Sonne ihr übriges, um diesen Ort in ganz besonderer Erinnerung zu behalten.

 

 

Die Nächte im Outback verbringen wir im Kings Canyon Resort unter freiem, sternenklaren Himmel. Hier lässt sich sogar die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen! Tagsüber erkunden wir von hieraus die umliegende Gegend, denn der Uluru ist bei weitem nicht die einzige sehenswerte Steinformation.

Auch eine Wanderung durch das Valley of the Wind beim Kata Tjuta oder durch den Kings Canyon, mit seinen bis zu 100 Metern in den Himmel aufragenden Felsen, ist alle Strapazen wert. Da es besonders in den Mittagsstunden sehr heiß wird, werden viele Wanderwege um 11 Uhr vormittags geschlossen – es gilt also: Der frühe Vogel fängt den Wurm!

 

 

Das Outback mit seiner endlosen Weite ist für mich ein ganz besonderer Ort und wird mir lange in Erinnerung bleiben. Hier, fernab der Zivilisation, wird einem bewusst, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein und sich frei zu fühlen. Dass man auf die Konsumgesellschaft in großen Städten und übermäßigen Besitz sehr gut verzichten kann. Und dass ein Rucksack mit 10 Oberteilen, 5 Hosen, 2 Paar Schuhen und einem Moskito-Hut vollkommen zum Leben ausreichen.

 

more souvenirs

Leave a Comment

*